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Mit der Troika Methode von einem individuellen Lernziel zu einem Team Experiment

Ausgangslage

Im Rahmen des Moduls Agile Transformation haben Pit Zurkinden und Adrian Ensner mittels Troika Methode den Lean Change Cycle mit uns durchgeführt und erlebbar gemacht. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden für die kollegiale Fallberatung beinhaltet die Troika Methode als Resultat am Schluss die Wahl eines konkreten Experimentes mit klaren Messgrössen. Diese Verbindlichkeit hat mich sehr angesprochen. Ich habe meinen TeamkollegInnen am darauffolgenden Dienstag das Modell kurz vorgestellt und anhand eines aktuellen «Lernziels» direkt eingesetzt. Vier von Sieben TeamkollegInnen haben teilgenommen.

Auszug Miro Board – CAS Agile Organisationen / Block Agile Transformation 2./3.12.2022

Wie haben wir die Troika Methode konkret angewendet?

Wir haben die vier Quadranten der Troika-Übung innert 24 Minuten durchlaufen, d.h. es standen jeweils 6 Minuten pro Quadrant zur Verfügung.

Als HR Business Partner erhalten wir oft direkt oder indirekt die Rückmeldung, dass die Mitarbeitenden gar nicht wissen, welcher Business Partner für sie zuständig ist und dass die Mitarbeitenden uns nicht vertrauen. Dies ist aus unserer Sicht eine Folge der fehlenden Kontaktpunkte mit Mitarbeitenden und der Wahrnehmung, dass die Business Partner «auf der Seite» der Führungskräfte stehen. Es gibt sicher noch weiter Gründe.

Im Rahmen der strategischen Ausrichtung des HR ist es ein erklärtes Ziel der HR-Leitung, dass die HR Business Partner VertrauenspartnerInnen aller Mitarbeitenden sind.   

Aus diesem Umstand habe ich die Frage für das Lernziel wie folgt definiert: «Wie kann ich als HR Business Partner das Vertrauen der Mitarbeitenden gewinnen?»

Schritt 1: Erkenntnisse gewinnen

Im Rahmen dieses Teils wurde unter anderem geklärt, dass es um alle Mitarbeitende geht, also auch um Führungskräfte. Heute ist es wohl oft so, dass sich Mitarbeitende nicht trauen direkt auf der/die HR Business PartnerIn zuzugehen, weil sie noch keine Kontaktpunkte hatten bzw. sie nicht kennen.

Miro Board – Troika Übung HR Business Partner Baloise / 6.12.2022

Schritt 2 + 3: Optionen generieren und bewerten

Im Schritt 2 wurden vielseitige Optionen entwickelt und wir haben sie im Anschluss gemeinsam in der folgenden Übersicht einer Aufwand/Wirkungs Bewertung unterzogen. Es gab darunter ein paar ganz neue Ideen, zum Beispiel die Idee «jeder Person im Betreuungsbereich zum Geburtstag zu gratulieren» und die Idee «Themen, mit denen HR sich im Moment beschäftigt mit interessierten Mitarbeitenden zu besprechen», d.h. sie miteinzubeziehen.  

Miro Board – Troika Übung HR Business Partner Baloise / 6.12.2022

Schritt 4: Experiment

Das Ergebnis dieser Übung war in dreierlei Hinsicht sehr beeindruckend:

  1. Wir haben eine Aktion zu einer Option beschlossen, die wir vorher so überhaupt nicht auf dem Radar hatten.
  2. Wir haben beschlossen dieses Experiment im ganzen Team auszuprobieren, obwohl die Übung eigentlich auf ein persönliches Lernziel als Ausgangspunkt von mir eingeleitet worden war.
  3. Die Geschwindigkeit mit welcher wir zu diesem inspirierenden Resultat gekommen sind.
Miro Board – Troika Übung HR Business Partner Baloise / 6.12.2022

Im Nachgang werden wir das Einverständnis der restlichen TeamkollegInnen abholen und werden dieses Experiment – entweder alle oder ein Teil des Teams – ab Januar für einen Zeitraum von 3 Monaten durchführen und dann überprüfen.

Fazit

Diese Methode ist ein vielseitig einsetzbares Instrument um sich sehr fokussiert und zeitlich kompakt mit einem Lernziel zu befassen. Durch die Erarbeitung einer konkreten Aktion mit messbaren Erfolgskriterien steigt die Verbindlichkeit.

In unserem Unternehmen sehe ich viele Einsatzmöglichkeiten um Mitarbeitende und Teams in der Entwicklung zu unterstützen. Ich habe beschlossen, den Mitarbeitenden und Teams in meinem Betreuungsbereich ab Januar ein paar einstündige Time-slots zur Verfügung zu stellen. In diesen Sessions werde ich analog der Durchführung mit meinen TeamkollegInnen die Theorie ganz kurz skizzieren und die Übung einmal durchspielen – Idealerweise mit echten «Lernzielen» aus der Gruppe als Bearbeitungsthema.

Ich bin jedenfalls begeistert von dieser Methode!